Kommunikation mit Schwerhörigen leichtgemacht

Die Ver­an­stal­tung der Hör­Bar e.V. steht an. Genug Anschau­ungs­ma­te­ri­al ein­ge­packt?? Dann mal los. Am Ver­an­stal­tungs­ort ange­kom­men und direkt vor dem Ein­gang geparkt … zum Aus­la­den. Vorn am Saal den Emp­fangs­tisch auf­bau­en, direkt dahin­ter den Aus­ga­be­tisch der FM-Anla­ge und innen dann den Tisch mit Info-Mate­ri­al und Anschau­ungs­zeugs. An der Lein­wand vor­ne im Saal berei­te ich (Ralph) den Lap­top vor und baue auch den Sen­der der FM-Anla­ge auf.

Es wird ernst!! Zehn nach Zwölf und die Gäs­te sind so pünkt­lich wie die Deut­sche Bahn!! Es kom­men immer wie­der wel­che in den Saal und suchen sich ihren Platz.

Inzwi­schen hat Bir­git (Schrift­füh­re­rin der Hör­Bar e.V.) mit der Begrü­ßung und der Vor­stel­lung des Ver­eins ange­fan­gen. Dann über­gibt Sie das Zep­ter an mich. Selbst jetzt kom­men immer noch Leu­te dazu, obwohl ich mit mei­nem Vor­trag „Kom­mu­ni­ka­ti­on mit Schwer­hö­ri­gen leicht­ge­macht“ ange­fan­gen habe. Ich schafft es tat­säch­lich alles Rele­van­te und Wich­ti­ge vor­zu­tra­gen und die Leu­te hören gespannt zu und sind sehr inter­es­siert.

Nach einer guten Stun­de brau­chen Schwer­hö­ri­ge und Red­ner aber mal eine Pau­se.

Dann wird es Zeit für Teil zwo der Ver­an­stal­tung – der visu­el­len Kom­mu­ni­ka­ti­on.

In der visu­el­len Kom­mu­ni­ka­ti­on geht es nicht um Fern­se­her, Video, Tik­Tok und Kon­sor­ten … ne, da geht es um Gebär­den­spra­che. Also um die DGS (Deut­sche Gebär­den­spra­che) oder LBG (Laut­spra­chen beglei­ten­de Gebär­den­spra­che). Was soll ein Schwer­hö­ri­ger oder gar tau­ber Mensch machen, wenn die Hör­sys­te­me aus­fal­len oder es extrem zu laut ist zum Hören?? Da hilft die Gebär­den­spra­che ein wenig. Ok, es müs­sen bei­de die DGS kön­nen, aber so ist man doch in der Lage zu kom­mu­ni­zie­ren, auch wenn man die DGS nicht ein­wand­frei beherrscht. Bro­cken der DGS rei­chen schon aus und sind hilf­reich, wenn man von Taub­heit bedroht ist. Es muss kei­ner Angst haben, sich nicht bemerk­bar machen zu kön­nen. Auch eine Unter­hal­tung ist mög­lich. Ich habe vor gut zehn Jah­ren mit der DGS begon­nen und lei­der im Lau­fe der Zeit eini­ges wie­der ver­lernt, doch sobald man jeman­den trifft, der gebär­den kann, ist man schnell wie­der drin.

Den zwei­ten Teil hat eine gute Freun­din von mir über­nom­men und sie selbst ist gehörlos/taub (ja, taub kann und darf man sagen)

Erst wur­de ein wenig über die Ent­ste­hung der Gebär­den­spra­che refe­riert und dann kam der gro­ße Auf­tritt der Gäs­te!! Sie haben alle ein Blatt mit dem Fin­ger­al­pha­bet bekom­men und nun hieß es üben, damit am Schluß der Ver­an­stal­tung jeder Besu­cher sei­nen Vor­na­men buch­sta­bie­ren kann.

Ich durf­te die Dozen­tin akus­tisch unter­stüt­zen und den Schwer­hö­ri­gen und Gut­hö­ren­den ein paar Ansa­gen machen, aber die Leu­te haben es toll gemeis­tert. Geguckt haben sie natür­lich, wenn ich und die Dozen­tin sich in DGS gekäb­belt haben … da kam rich­tig Spaß und Freu­de auf.

Ins­ge­samt war es eine inter­es­san­te Ver­an­stal­tung und wir haben schon eini­ge posi­ti­ve Rück­mel­dun­gen erhal­ten.

Die nächs­te Ver­an­stal­tung ist bereits in Pla­nung!


Sams­tag, 09.11.2024
1. Teil — Refe­rent: Ralph Fran­ke – 1. Vors. der Hör­Bar e.V.
2. Teil – Refe­ren­tin Mari­on Pau­lun — Gebär­den­sprach­do­zen­tin